Freitag, 23. März 2012
Mein Name ist Bing - Der bärtige Bing
Seit zwei Tagen bin ich nun glückliche Anführerin von Bing dem Bärtigen. Das Tierchen wackelt mir hinterher wie eine kleine Ente seiner Mama. Einerseits ist das sehr süß, andererseits soll er jedoch lernen, dass auch Teenie-Ding und Prachtexemplar Nr. 2 zu seinen Anführern gehören. Das sieht Bing noch nicht so, aber wir arbeiten daran.

Schon lange war ich nicht mehr so ausgeglichen, wie jetzt. Selbst der unmittelbar vor meiner Schlafzimmertür platzierte Hundehaufen, in den ich heute Morgen im Halbschlaf getreten bin, bringt mich nicht aus der Fassung. Die Lektion „Stubenreinheit“ hat derzeit größte Priorität.

Ordentlich an der Leine laufen, währenddessen nicht an der Leine knabbern, mir auch ohne Leine folgen hat er schon vorbildlich drauf. Außerdem wartet er brav im Auto auf mich und schläft nachts ohne Gejammer in seiner Hundehöhle. Am ersten Abend hat er noch versucht, in mein Bett zu klettern, aber er hat sehr schnell verstanden, dass das nicht erwünscht ist. Zum Ausgleich hat er ein von mir komplett durchgestunkenes Schlaf-T-Shirt geschenkt bekommen.

Auch das Zusammensein mit den Katzen klappt wirklich gut. Sogar Madame Lilli ist für ihre Verhältnisse ziemlich entspannt. Gestern Abend hat sie auf dem Sofa gelegen. Bing davor. Katerli Piet und das Hundi beschnuppern sich immer wieder mit einer Mischung aus Neugier und Vorsicht. Katerli Piet bevorzugt Bings Nase, Bing bevorzugt Piets Hinterteil. Ganz wie es der höfliche Umgang zwischen Hunden, bzw. Katzen vorgibt.

Gerade im Moment liegt mein kleiner Bing platt auf seiner Decke und schläft. Wir waren eben im Wald spazieren. Draußen war ihm zu warm, in der Wohnung dagegen ist es angenehm kühl.

Jetzt mache ich meine wohlverdiente Kaffeepause und lasse das Baby noch ein bisschen schlafen. Und damit sich meine Lesemenschen einen Eindruck von meinem Glücksgriff machen können, füge ich dieses Bild bei:



Ist der nicht niedlich? Ich habe nur nicht damit gerechnet, dass die laut Verkäufer XXL-Decke jetzt schon etwas knapp sein könnte. Ich schätze mal, dass er zwei davon braucht, wenn er erwachsen ist.

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Montag, 19. März 2012
Fleißige Bienchen und echte Herzchen
Heute habe ich mich mal wieder selbst übertroffen.

Ich hatte mich im Abstand von ca. einem Monat an der Universität auf zwei verschiedene Stellen beworben. Zuerst für das Personalwesen, danach für die Verwaltung der Uni-Liegenschaften.

Unmittelbar nach meiner Bewerbung für die Verwaltung der Uni-Liegenschaften habe ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Heute war der große Tag. Vorher habe ich mich betreffend des TV-L auf den neuesten Stand gebracht. Mit einem dicken Kloß im Magen bin ich, obwohl ich mich im Gebäude verlaufen habe, pünktlich erschienen und saß einer fünfköpfigen "Jury" gegenüber.

Während ich also voller Enthusiasmus darlegte, wieviel Erfahrung ich im Personalwesen habe und wie toll ich diese Arbeit mache und wie sehr ich mich damit identifiziere sagt die Personalreferentin plötzlich: Moment mal. Sie sind hier im Vorstellungsgespräch für die Liegenschaftsverwaltung.

Ich habe mich so geschämt, wäre am liebsten unter den Tisch gekrochen, hätte mich am liebsten unsichtbar gemacht. Meine Gesichtszüge sind mir bestimmt total entgleist und ich habe bestimmt auch vollkommen verblödet aus der Wäsche geguckt. Später habe ich mir die Einladung noch einmal angeschaut. Im Betreff ist lediglich die Kennzahl der ausgeschriebenen Stelle angegeben. Dadurch, dass die Einladung so schnell kam, bin ich davon ausgegangen, dass es sich hierbei um das Personalwesen handelt.

Nachdem mir dann einer der führenden Menschen freundlicherweise versichert hat, dass das nun kein Problem ist und ich doch einfach weiter machen soll, habe ich mich gefangen und irgendwie die Kurve gekriegt. Das Gespräch war dann doch noch positiv, aber ich bin ja schließlich ich …

Zum Schluss wollte der Abteilungsleiter wissen, warum sie sich denn ausgerechnet für mich entscheiden sollten und ich habe ohne nachzudenken mit voller Überzeugung gesagt: Weil ich ein fleißiges Bienchen und echtes Herzchen bin.

Ja Mensch, das sind doch mal super Gründe jemanden einzustellen. Ich habe versucht die Situation zu retten, aber da war der ganze Saal schon am lachen und ich glaube, zugehört hat niemand mehr. War vielleicht auch besser so.

Ich weiß, dass es jede Menge Mitbewerber gibt. Ich bin mir sicher, dass diese Leute mich trotzdem in lebhafter Erinnerung behalten werden. Ob ich die Stelle bekomme, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.

Jetzt kann ich nichts mehr daran ändern. Immerhin haben sie gesehen, dass mir das Herz auf der Zunge liegt und sie mit mir ganz bestimmt nicht die Katze im Sack bekommen. Leider wollen das manche Chefs aber lieber. Schade, schade. Nun gut, wir werden es sehen. Wie immer werde ich berichten...

Nachtrag:
Nerd hat sich übrigens noch nicht gemeldet (-> Fastensünden, Vorstellungsgespräche und Familienzuwachs). Der wollte sich noch zwei andere Mitbewerber anschauen und mir heute das Ergebnis mitteilen. Aus dem Rennen bin ich anscheinend raus.

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Sonntag, 18. März 2012
Camp Hilde wächst
Seit gestern bin ich nicht nur die glücklichste Frau der Welt sondern auch die glückseeligste Frau des Universums. Herzensmann hat mir die Freigabe erteilt. Zwar auch mit einem bisschen Bauchweh, aber ich bin mir sicher, dass der bärtige Bing innerhalb kürzester Zeit alle Zweifel ausräumen wird. Somit habe ich nicht nur den großartigsten Mann der Welt sondern den großartigsten und großherzigsten Mann des Universums.

Ich habe Bing noch einmal besucht. Er hat mich gesehen und kam sofort zu mir hergelaufen, um mich zu begrüßen. Nicht hektisch, nicht kläffend, nicht überdreht. Statt hochzuspringen hat er sich vor meinen Füßen hingeworfen und auf den Rücken gedreht. Nach einem kurzen Kraulen, war er dann schon wieder mit Brüderchen und Schwesterchen unterwegs und hat die spannende Welt zwischen Stroh, Holz und Traktoren erforscht. Zwischendurch wurde mir Baumrinde und ein alter Kehrbesen überbracht. Teures Gummispielzeug kann ich mir also sparen. Mein kleiner Naturbursche ist kein bisschen verwöhnt oder vermenschlicht. Ein Traum.

Was ist das ein toller Welpe. Ich hoffe, ich werde den guten Anlagen gerecht und schaffe es, ihn zu einem mindestens genauso tollen Hundemann aufwachsen zu lassen. Auch wenn ich kein Hundeanfänger bin, bilde ich mir nicht ein, dass ich die Hundeerziehung perfekt beherrsche. In meiner Familie gab es immer Hunde und Katzen. Mittlerweile weiß ich, was wir damals alles falsch gemacht haben, bzw. wesentlich besser hätten machen können. Ich werde in erster Linie auf meine Intuition vertrauen, so wie bei den den vielen Tierheim-Hunden, die ich in den letzten Jahren ausgeführt habe.

Nächste Woche zieht er bei uns ein. Bis dahin werde ich vor Aufregung sicher nicht schlafen. Ich habe schon die letzte Nacht nur gezappelt und auf dem Sofa verbracht, weil ich Herzensmann möglichst nicht stören wollte. Ich schätze mal, dass das so weitergeht, bis endlich der große Tag gekommen ist.

Die nächste Zeit wird also ganz besonders spannend und wir werden bestimmt viele schöne Abenteuer erleben, über die ich kleine Aufsätze schreiben kann ...

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