Mittwoch, 15. Mai 2013
Pflicht oder Kür?
In einer Sache bin ich ganz besonders unbegabt: Mich mit Dingen abfinden. Besonders, wenn es sich hierbei um Seelen- und Herzschmerzen handelt.

Wenn mir mal wieder ein Unglück geschieht, dann kann ich mir nicht selbst sagen: Naja, tut weh, hört wieder auf, ist nunmal so. Nein. Vielmehr wird gejammert - innerlich und äußerlich. Der Verlust wird ausgiebigst betrauert. Irgendwann habe ich etwas Abstand dazu und dann wird der ganze Schmerz von allen Seiten begutachtet und ich versuche einen Sinn darin zu sehen, warum ausgerechnet mir armem Häschen so ein furchtbar ungerechtes schmerzhaftes leidvolles Schicksal zugemutet wird. Wochen- und monatelang kaue ich darauf rum, lecke meine Wunden und suche und suche und suche nach der doch ganz sicher vorhandenen Antwort auf meine Frage.

Während dieser Zeit kreise ich also immer noch um irgendeinen Mist in meiner Vergangenheit und verpasse gleichzeitig das Jetzt. Das geht so lange, bis ich mich damit abfinde, dass ich nichts mehr am mir widerfahrenen Unglück ändern kann und dass es mit großer Wahrscheinlichkeit schlicht und ergreifend keine Antwort auf das Warum geben wird.

Dann huschen Herz und Seele wieder ganz schnell zurück in die kleine Hilde und richten sich im neuen Leben ein. Finden sich doch noch widerwillig damit ab, dass manche Dinge numal passieren und man ganz manchmal ein ganz kleines bißchen daraus lernt und noch ganz manchmaler danach Dinge passieren, die vielleicht nie passiert wären, wenn man noch in der alten, vor Kurzem noch so arg betrauerten Situation stecken würde. Manchmal meldet sich Werwölfchen noch ganz leise zum Thema, aber das wird einfach auf seinen Platz verwiesen.

Und jetzt? Jetzt hat's Huch gemacht und der vor kurzem noch (nicht mehr aber auch nicht weniger) schnucklige Mann hat sich als vielmehr als nur schnucklig rausgestellt. Und ich hab mich rein fallen lassen. Einfach so. Und wurde aufgefangen. Einfach so. Und dann - ich kann schließlich schlecht raus aus meiner verschwurbelten Denkweise - kam mir der Gedanke, dass es auch in der Liebe vielleicht sowas wie Pflicht und Kür gibt. Vielleicht darf ich nun nach einem ausgiebigen Pflichtteil in der Kür weitermachen?

Wenn es so sein sollte, dann werde ich es irgendwann wissen. Ob es dann noch wichtig zu wissen ist, wage ich zu bezweifeln.

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Samstag, 11. Mai 2013
Ü40 hat Huch
Ist das nicht toll, dass auch die Frau über 40 immer noch Huch-Momente haben kann.

Natürlich sind damit ausschließlich positive Huch-Überraschungen gemeint. Nicht näher beschreibbare, aber davon ganz viele, geballt innerhalb kürzester Zeit, unverhofft nach ein paar nicht so schönen Monaten, die innerhalb von Sekunden alles wett machen und so manchen Kummer unwichtig werden lassen.
Hach, schön.

Viele viele viele will ich davon noch haben...

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Freitag, 3. Mai 2013
Folgen der Technikverblödung am Beispiel von Toilettenverbrechen
Heute führe ich einen voll unwissenschaftlichen und an den Haaren herbeigezogenen Beweis.
Ich beweise, dass zu viel Technik ein Beitrag zur Verblödung ist.

Naja, das Beweisobjekt ist noch nicht einmal besonders technisch. Vielmehr handelt es sich um einen Toilettendeckel, der mechanisch betätigt wird. Es ist also noch ein Minimum an Eigeninitiative erforderlich, um den Deckel seinem Zweck entsprechend zu nutzen, nämlich die Kloschüssel abzudecken.

Jetzt aber zu meiner Beweisführung:

Je nach Stimmungslage könnte ich ausflippen, wenn jemand den Toilettendeckel offen lässt. Meine beiden Krümelmonster haben die außergewöhnliche Gabe, das zwar nicht immer zu vergessen, dafür immer, wenn ich in Ausflippstimmung bin.

Aus diesem Grund habe ich mich vor kurzem - der alte Deckel musste ohnehin ausgetauscht werden, da kaputt - zum Kauf eines Superduperhightec-Deckels für schlappe 19,99 € entschieden: Ein Deckel, der nach einem leichten Anschubser selbsttätig und leise auf seinen Platz herunterfährt. Faszinierend.

Ich bin davon ausgegangen, dass die Faszination ausreicht, um meine Kinder dazu zu bringen, IMMER den Deckel zu schließen. Am Anfang war das auch noch so. Klar, war ja neu und toll und ein leichter Schubs genügt, aber die Begeisterung ist in Gewohnheit übergegangen und so sind wir mittlerweile wieder im Alltag mit offenen Deckeln angelangt.

Irgendwann ging Prachtexemplar Nr. 2 auf die Toilette, kommt sofort zurück und schreit: Wer war als letztes auf Toilette? Hier ist alles dreckig! Niemand hat sich bereit erklärt, die Schuld zu übernehmen. Rätsel über Rätsel. Wer war der Übeltäter?

Miss Hilde Marple musste sich also doch von ihrem Platz erheben und den Tatort inspizieren. Kind musste ja schließlich auf die Toilette und es war langsam dringend, aber es ging ja nicht, da Übeltäter sich nicht gemeldet hat, usw usw

Nach Inspektion des Tatortes kam ich zu folgendem Schluss: Katerli Piet kam von draußen rein und hatte Durst. Der Katzenwassernapf war leer, der Hundewassernapf war leer. ABER: Die Toilettentür stand offen (auch ein Ausflippgrund) und - tataaaa - der Toilettendeckel auch UND!!! in der Toilette ist lecker Wasser. Also rauf auf die Brille und die Toilette (wir haben keinen Tiefspüler) leer trinken. Draußen hatte er sich dreckige Pfötchen geholt und weil er anscheinend auch in der Toilette drin stand, war die ganze Brille rundherum mit seinen matschig braunen Pfotenabdrücken verziert.

Katzenpfotenabdrücke! Viele. Eindeutig erkennbar*, was natürlich auch das fehlende Geständnis des Täters erklärt hat. Vom fehlenden Gewissen mal ganz abgesehen. Katerli lag schon hoch zufrieden, da nicht mehr durstig, an irgendeinem seiner bevorzugten Schlafplätze.

*Nicht für Prachtexemplar Nr. 2 - dem Kind mit der (hierzulande leider leider) typischen Technikausstattung.

So. Beweis geführt.

Nachtrag:
Ein paar Tage später ist dasselbe Kind am Anschalten des Föhns gescheitert. Föhn. Einem Föhn mit nur zwei Hebeln und einem Stecker.
Er gibt sich wirklich große Mühe, seinem Bruder nachzueifern.

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