Abschiedsvorstellung
In manchen Momenten wird mir bewusst, dass irgendwann meine Hunde nicht mehr hier sein werden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ich das erlebe und ohne die beiden zurück bleibe, ist - so will ich das glauben - größer als umgekehrt.
Ich stelle mir nicht konkret vor, wie das in unserem Zuhause sein wird, wenn kein Hund zur Begrüßung an der Tür steht oder abends unter mein Bett krabbelt oder mich auf Spaziergängen begleitet. Auch nicht, ob die beiden vorher lange krank sind oder einfach einschlafen und nicht mehr wach werden.
Ich habe nur diese plötzlichen Gewissheitsblitze, dass alles, was im Moment ist, irgendwann aufhört und zu Ende ist.
Das ist neu und bahnt sich erst seit kurzem den Weg in mein Bewusstsein.
Dasselbe habe ich mit dem Mann. Zum ersten Mal ist für mich klar, dass wir irgendwann nicht mehr zusammen hier sein werden. Einer von uns beiden wird früher gehen als der andere. Einer von uns beiden wird eine Weile ohne den anderen auskommen müssen.
Sicher ist, dass das Leben trotzdem weitergehen wird und dass man den Abschied nur hinnehmen kann. Sicher ist auch, dass - falls ich zurückbleibe - nur überleben kann, wenn ich mich auf die Dankbarkeit für so viel Glück konzentriere.
Nicht in der Vorstellung "Leben ohne ..." inbegriffen sind widerum die Kinder. Ganz klassich glaube ich natürlich, dass die beiden älter werden als ich. Ganz klassisch wünsche ich mir auch, Oma zu werden, was dann auch den Abschied von potentiellen Enkeln beinhaltet.
Es gibt Tage, an denen bin ich zwar so gefühlsduselig, dass ich schon im Voraus trauere, Angst macht mir das alles komischerweise trotzdem nicht.
Gehören diese Bewusstwerdungsmomente zum Alterungsprozess dazu?
Keine Ahnung, spannendes Thema. Ich glaub, ich muss mir hierzu Literatur besorgen.
Später mehr.
veilchenpastille am 04. August 14
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Let Love Grow
Seit einigen Tagen passieren hier Dinge. Seit einigen Tagen ist das Böse raus aus dem Haus.
Am Freitag wurden sie zuletzt gesehen, wie sie in deren Wohnung ihr Unwesen trieben und noch den letzten Müll aus den Fenstern und vom Balkon in den Garten warfen. Danach waren sie weg.
Gestern lief eine ältere Dame, die ich noch nie wahrgenommen habe, unsere Straße entlang, blieb vor unserem Haus stehen und hat ganz offensichtlich nachgeschaut, ob das Wunder tatsächlich geschehen ist.
Auch gestern war ich auf dem Weg zu meinem Auto und auf der gegenüberliegenden Straßenseite saßen Nachbarn vor der Tür in der Sonne und es wurde laut gelacht. Eine Premiere.
Und nochmal gestern haben wir Tische und Stühle und Picknickdecken hinter's Haus geschleppt und gegrillt. Alle haben etwas mitgebracht. Alle Altersklassen waren vertreten. Die Kinder durften laut rumtoben und keinen hat's gestört. Die Hunde liefen frei auf der Wiese herum und keinen hat's gestört. Wir haben gegessen, getrunken, geredet, gelacht und einen gemütlichen Abend gehabt.
UND KEINEN HAT'S GESTÖRT!
Was für ein Leben.
Und damit die Liebe Einzug in unser Haus halten kann, hab ich meine Herzsammlung, die die fabelhafte
Angelika und andere Freundinnen mir geschenkt haben, vor der Wohnungstür aufgebaut. Als Einladung an alles Gute, das da draußen existiert und nie den Eingang passieren konnte.
Das Böse ist weg und nun wird es gemütlich. Endlich nach einem Jahr fange ich an, mich einzurichten und wohl zu fühlen.
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Wanderwoman
Seit 1. Juli gehe ich nur noch 28 Stunden pro Woche als Tippse arbeiten. Bis dahin habe ich für einige Monate versucht, meine Arbeitskraft auf zwei Firmen in zwei verschiedenen Orten, beide jeweils ca. 20 km in unterschiedlichen Richtungen von meinem Wohnort entfernt, zu verteilen.
Und so gerne ich auch beide Arbeiten mache, ich musste meine geliebte Immobilienverwaltertätigkeit, also den Minijob, aufgeben.
Meine Finanzen werden dadurch zwar nachhaltig geschädigt, dafür bleibe ich aber gesund. Nachdem ich vor Jahren aus Erschöpfung zusammengeklappt bin, musste ich 4 Monate lang in einer Klinik lernen, wo meine Grenzen sind und ich glaube, der Lernerfolg hat sich jetzt gezeigt.
Unabhängig davon wollte ich natürlich auch mehr Mama sein. Ich habe meine Jungs vermisst und hatte den Gedanken, dass wir dann mehr zusammen tun können.
Nicht bedacht habe ich, dass die beiden mittlerweile 16 und fast 12 Jahre alt sind und ihre Freizeit weitestgehend ohne Mutti gestalten.
Ich darf nur noch mitmachen, wenn meine Fahrdienste gebraucht werden, also fast täglich mehrmals. Ich habe nun zwar mehr Zeit und Gesundheit, dafür weniger Geld, höhere Spritkosten und bin mehr als je zuvor in Sachen Kindertransport unterwegs. Strecken, die die beiden bisher locker ohne meine Hilfe bewältigt haben, werden plötzlich zu unüberwindbaren Hürden. Busfahrpläne lesen geht auch nicht mehr. Die meinen Kindern - oft gezwungenermaßen - anerzogene Selbständigkeit löst sich gerade in Luft auf und wird ersetzt durch schwerfällige Bequemlichkeit.
Nicht mit mir!
Ich werde die Regeln in unserem Camp dahingehend ändern, dass Fahrdienste nur noch geleistet werden, wenn - ohne meine Aufforderung (das ist dann der Luxus daran) - gut erkennbare Gegenleistungen, wie Spülmaschine ein- und ausräumen, saugen, wischen, Müll rausbringen erbracht werden.
Bis diese Regelung sich in den Köpfen der Pubertätsbomben festgesetzt hat, bleiben wir einfach zuversichtlich und singen mit Vicky:
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