Geschmacksübertragung
Frau Mustermann hat mir zum Geburtstag ein lehrreiches und absolut empfehlenswertes Naturheilkundebuch für Hunde geschenkt.
Darin steht unter anderem, dass es niemals Zufall ist, welcher Hund uns zufällt. Ich glaube, jeder Mensch, der das Glück hat, sein Leben mit einem Tierchen zu teilen, wird dem zustimmen.
Fragt man Hunde- oder Katzenmenschen, wie sie auf genau diesen einen Pelz gekommen sind, dann hört man immer wieder wunderbare, lustige, dramatische Geschichten, die meist mit leuchtenden Augen erzählt werden und gar nicht oft genug erzählt werden können.
Auch ich habe natürlich mit jedem meiner Pelze eine besondere Geschichte und Verbindung. Aber keines meiner Viecher hat bisher meine Vorliebe für Kaffee, Lakritz und Kirschlikörpralinen geteilt - bis auf den bärtigen Bing.
Madame Lilli will seit 10 Jahren jeden Morgen in meinen Kaffeepott schauen und nimmt jeden Morgen nach einer Duftprobe angewidert schmatzend Abstand. Dasselbe hatte ich von Butzili angenommen, als ich seiner neugierigen Nase ebenfalls eine Brise Kaffeeduft angeboten hatte. Mit dem Ergebnis, dass er einen Schluck abhaben wollte.
Letzte Woche hatte ich für meine Kollegin und mich salzige Lakritzfische gekauft und diese in meiner offenen Handtasche auf dem Boden in meinem Zimmer abgestellt. Kurze Zeit später saß ich nichtsahnend vor dem Laptop und war beschäftigt. Mein Hund wuselte ebenfalls äußerst beschäftigt im Hintergrund herum. Das habe ich aber nur am Rande wahrgenommen. Bis er irgendwann neben mir stand und irgendwas schwarzes, glitschiges ausgespuckt hat.
Nach eingehender Untersuchung habe ich dann festgestellt, dass es sich dabei um einen salzigen Lakritzfisch handelte. Da hat dieser Saubär die Tüte erschnüffelt und kurzerhand geknackt. Ich habe dann noch mehr davon gefunden. Schön in der Wohnung verteilt, alle angelutscht, teilweise in diverse Teppiche reingearbeitet. Ich hätte es wissen müssen. Vorher hatte er schonmal zu meiner Überraschung Lakritz probiert und ist seitdem ganz gierig darauf. Mit meiner Unvorsichtigkeit und Unterschätzung der feinen Hundenase hatte ich mir also ein Eigentor geschossen.
Eben wollte mir der Kerl meine Kirschlikörpralinen streitig machen. Er war überzeugt davon, dass die genau richtig und nur für ihn sind.
Damit sind nun genügend Beweise für die Anti-Zufall-Theroie erbracht. Ich glaube, ich werde den Autor anschreiben und ihm zu seiner Weisheit gratulieren.
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Dlne
Eben, auf der Heimfahrt, habe ich im Autoradio gehört, dass "Yolo" zum Jugendwort des Jahres 2012 gekürt wurde.
You only live once.
Auf Deutsch würde dieses Wort analog "Dlne" lauten. Das spricht sich echt schlecht und von daher ist gegen Yolo nichts einzuwenden.
veilchenpastille am 28. November 12
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Die ultimative Killer-Erwiderung
Heute gebe ich in aller Öffentlichkeit eine meiner skandalösesten Neigungen zu:
Ich lasse meinen Hund ab und zu ohne Leine laufen. Draussen in freier Natur - nicht in der Stadt.
So. Nun ist es raus. Puh, solch ein Seelenstrip erleichtert ungemein.
In den letzten beiden Tagen wurde ich wieder mehrfach von granteligen Knallköppen deswegen angemacht, obwohl ich meinen Hund, sobald diese in Sichtweite waren, abgerufen und angeleint habe. Einer davon war gerade dabei, seine Zigarettenasche in die Gegend zu verstreuen, die Zimtzicke von eben hat noch nicht einmal meinen höflichen Guten-Morgen-Gruß beantwortet (aber ihr Mann! Vielleicht war das der Anlass).
In beiden Fällen war ich sprachlos, obwohl beide eine super Vorlage für einen blöde Erwiderung geliefert haben.
Aber jetzt, jetzt ist sie in meinem Kopf und ich werde sie bei nächster Gelegenheit raushauen. Die ultimative Killer-Erwiderung:
"Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie."
Jawoll. Und das aus dem Munde einer religionslosen Frau, die ihre Kinder ungetauft ins Leben laufen lässt.
Ich hoffe, ich bekomme das mit dem richtigen Timing hin und werde über die Reaktionen berichten. Wird bestimmt witzig.
In dem Zusammenhang fällt mir noch ein gleichermaßen geniales wie lehrreiches Buch ein:
"Die Bibel & ich: Von einem, der auszog, das Buch der Bücher wörtlich zu nehmen" von A.J. Jacobs und Thomas Mohr.
Damit hat Frau Mustermann mich irgendwann mal beglückt und mittlerweile habe ich es mehrfach gelesen.
Wer also noch nach einem schönen Weihnachtsgeschenk sucht. Das hier ist empfehlenswert.
Und jetzt habe ich auch die perfekte Lösung für den Umgang mit den lästigen "Ist das ein Rüde? Kastriert oder unkastriert?"-Fragen:
Ich halte mich an die Antwort "auf das Leben, das Universum und den ganzen Rest": 42.
Mal sehen, wer Douglas Adams gelesen hat...
veilchenpastille am 21. November 12
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Eine Runde um den Durchschnitt
Einmal im Monat gönne ich mir eine Klatschitratsch-Zeitschrift. Ich glaube zwar, dass ich altersmäßig etwas über der Zielgruppe meiner bevorzugten Lektüre liege, aber das stört mich nicht allzu sehr.
Die neue Ausgabe hat mich sogar wieder ein bißchen klüger gemacht. Zum Beispiel weiß ich jetzt, dass ich laut Test nicht zum Alkoholismus neige. Das kann in manchen Situationen ein essentieller Vorteil sein.
Weiterhin habe ich schwarz auf weiß, dass ich nicht durchschnittlich bin (Durchschnittsangaben in Klammern):
Ich bin um einiges kleiner als die deutsche Durchschnittsfrau (1,65 m)
und weit entfernt von der Durchschnittskleidergröße (42). Ich gebe zuviel für Bekleidung aus (40 € / Monat - ist das realistisch???) und mein Fernsehkonsum (225 Min / Tag) ist gleich Null, da ich keinen habe. Schuhe habe ich mehr (13,1 Paar), Kinder auch (1,4), Lippenstiftverbrauch im Jahr (4) weniger, Gehalt (2861 € / Monat) auch, Gewicht (68,1 kg) auch, Körbchengröße (80C) auch. Nur bei der Schuhgröße habe ich einen Treffer gelandet: 38.
Sehr bedauerlich, dass ich weit entfernt von den geschenkten Rosen im Jahr bin: 11. Ich würde mich auch mit anderen Blümchen zufrieden geben oder Schokolade oder Lakritz oder zwei Millionen Euro, aber mir hört ja niemand zu ...
Bei Arbeitsstunden pro Woche (39,9), Ausgaben pro Reise (530 €), Mittagspause (35 Min) kann ich nicht so gut mitreden. Seit ich Mami bin habe ich grundsätzlich 24-Stunden-Bereitschaft und fahre mindestens zweigleisig, unsere Reisen beschränken sich auf Ausflüge zu Camp Mustermann, Mittagspausen sind in meinem bisherigen Berufsleben schon immer eher die Ausnahme.
So, was gibt es sonst noch weltbewegendes? Es gibt drei SKL-Lospakete, die unglaublichen Geldreichtum in Aussicht stellen, zu gewinnen. Da mach ich doch glatt mit. Außerdem ist goldener Lidschatten voll In, sind Kopf-Küsschen eine Super-Sache, Päckchen-Kalender auch und wir lernen, dass man nicht die Zahnbürste des Partners benutzen sollte.
Das liest sich jetzt nicht wirklich nett gemeint, ist es aber doch! Ich brauche zwischendurch einfach solche Belanglosigkeiten, damit mein Gehirn ab und zu mal zur Ruhe kommt und sich unterdurchschnittlich (Tendenz gen Null) anstrengen muss.
Ich überblätter dann die für mich langweiligen Mode-, Schmink-, Frisuren-Seiten und lese immer wieder gerne die meist wirklich interessanten Reportagen, Literatur- und Filmkritiken. Kleine Freuden in meinem übervollen Alltag und wenn die dann auch noch für wenig oder gar kein Geld zu haben sind, kann mir das nur Recht sein.
Ist doch schön, wenn die Frau über 40 so leicht glücklich zu machen ist. Unterdurchschnittlich leicht.
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