Sonnenstilles Hitzeflimmern
Ich liebe Tage, wie diesen.
Es ist so heiß, dass draußen nichts zu hören ist als Vogelzwitschern.
Im Hintergrund läuft gedämpft die Waschmaschine.
Madame Lilli liegt als die personifizierte Zufriedenheit in der pratzigen Sonne.
Die Kinder sind weg.
Der Mann ist im Camp Männerhort.
Ich bin alleine mit meinen beiden großen Pelzen.
Die vertragen die Hitze gar nicht und verschlafen den Tag.
Für einen Tag wie heute, ist die Musik von Belle & Sebastian der einzig passende Soundtrack.
Ich lasse meine Gedanken schweben und genieße, dass das wieder geht.
Ich war schon wieder auf dem besten Weg zum nächsten Erschöpfungszusammenbruch, habe aber rechtzeitig die Bremse gezogen. Jetzt arbeite ich vier Stunden pro Woche weniger und habe den Freitag-Vormittag für mich.
Ich trinke meinen Nachmittagskaffee und freue mich auf unseren Sommerurlaub in Ostfriesland.
Nachdem der Wolf meine Kamera geschreddert hat, habe ich mir eben eine neue gegönnt. Schade, dass sie noch nicht da ist: Meine Hunde liegen neben mir, Pfote an Pfote und bilden so ein Herz. So ein schönes Bild ist das.
Welch ein Reichtum: Stille, zwei Hunde, glückliche Miezen und die Muße zum Sein.
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Umnaminierung
Eben war ich unterwegs, weil Prachtexemplar gestern auf's Pfadfinderlager gefahren ist und zwar ohne das wichtigste Accessoire: das Pfadfinderhalstuch.
Oma Prachtexemplar hatte ihn hingefahren und mich heute Morgen darüber informiert und gebeten, es noch nachzubringen.
Das Pfadfinderlager habe ich nicht gefunden, dafür frei laufende Pfadfinder, die das Tuch und mein Taschenmesser in Empfang genommen haben.
Auf dem Weg dahin, kam ich an einem Friedhof vorbei, mit einem Wegweiser zur Trauerhalle. Ich finde, Trauer ist zwar nötig, um den Tod eines Menschen zu verarbeiten, aber das Wort "Trauerhalle" gefällt mir gar nicht.
Ich finde, "Abschiedshalle" viel schöner. Man nimmt Abschied von dem Körper des Menschen. Die Erinnerungen hat man immer dabei. Die bleiben lebendig. Abschied klingt nicht so schwer und drückend.
Ich glaube, ich werde mich mal für positive Beschilderungen - nicht nur zu Friedhöfen - einsetzen.
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Muttertiertag
Definition "Mutter" laut Duden, "1. a. Frau, die ein oder mehrere Kinder geboren hat. ..."
Das setzt also nur die Schwangerschaft und den am Ende einsetzenden Geburtsvorgang voraus. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass die Fürsorge, das Beschützen, die innige Beziehung zum Mutter-Sein nicht relevant sind?
Mal zumindest die Duden-Defninition verstehe ich so.
Ich glaub, ich muss mal an den Duden schreiben und dafür werben, dass die Definition um diese essentiellen Dinge erweitert wird.
Die Einrichtung "Muttertag" gefällt mir gar nicht. Die Vorgabe, dass an diesem Tag allen Mamis für ihre Mühen gedankt werden soll, ist bestimmt nett gemeint. Aber irgendwie finde ich es viel schöner, wenn man einfach nur das Ergebnis seiner Mühen - nämlich die Kinder selbst - sieht.
Kinder, die selbstbewusst und nicht überheblich sind. Kinder, die wissen, was sie wollen und ihren Weg gehen, ohne andere nieder zu trampeln. Kinder, die selbstsicher sind und ein gutes Gespür für ihre eigenen Bedürfnisse haben. Kinder, die ihre eigenen Bedürfnisse so auf ihre Umwelt abstimmen, dass sie sichere soziale Beziehungen haben.
Kinder, die immer wissen, wer ihr Anker und wo ihr Hafen ist, egal, wie alt sie sind. Wo es Trost und falls gewollt auch Rat bei Problemen gibt, wo es lecker Milchreis und fettige Apfelpfannkuchen gibt, wo man auf dem Sofa liegen darf und mit einem warmen Kirschkernkissen und einer kuschligen Decke versorgt wird.
Wenn Kinder das machen - auch wenn sie schon erwachsen sind - dann ist man Mutti nach Definition der Frau Hilde.
Ach, wie traurig, wenn man ein Kind ohne Anker ist. Ach, wie gut, wenn man trotzdem die Hoffnung hat, dass man das mit der eigenen Brut genau so hinbekommt.
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