Sonntag, 18. März 2012
Camp Hilde wächst
Seit gestern bin ich nicht nur die glücklichste Frau der Welt sondern auch die glückseeligste Frau des Universums. Herzensmann hat mir die Freigabe erteilt. Zwar auch mit einem bisschen Bauchweh, aber ich bin mir sicher, dass der bärtige Bing innerhalb kürzester Zeit alle Zweifel ausräumen wird. Somit habe ich nicht nur den großartigsten Mann der Welt sondern den großartigsten und großherzigsten Mann des Universums.

Ich habe Bing noch einmal besucht. Er hat mich gesehen und kam sofort zu mir hergelaufen, um mich zu begrüßen. Nicht hektisch, nicht kläffend, nicht überdreht. Statt hochzuspringen hat er sich vor meinen Füßen hingeworfen und auf den Rücken gedreht. Nach einem kurzen Kraulen, war er dann schon wieder mit Brüderchen und Schwesterchen unterwegs und hat die spannende Welt zwischen Stroh, Holz und Traktoren erforscht. Zwischendurch wurde mir Baumrinde und ein alter Kehrbesen überbracht. Teures Gummispielzeug kann ich mir also sparen. Mein kleiner Naturbursche ist kein bisschen verwöhnt oder vermenschlicht. Ein Traum.

Was ist das ein toller Welpe. Ich hoffe, ich werde den guten Anlagen gerecht und schaffe es, ihn zu einem mindestens genauso tollen Hundemann aufwachsen zu lassen. Auch wenn ich kein Hundeanfänger bin, bilde ich mir nicht ein, dass ich die Hundeerziehung perfekt beherrsche. In meiner Familie gab es immer Hunde und Katzen. Mittlerweile weiß ich, was wir damals alles falsch gemacht haben, bzw. wesentlich besser hätten machen können. Ich werde in erster Linie auf meine Intuition vertrauen, so wie bei den den vielen Tierheim-Hunden, die ich in den letzten Jahren ausgeführt habe.

Nächste Woche zieht er bei uns ein. Bis dahin werde ich vor Aufregung sicher nicht schlafen. Ich habe schon die letzte Nacht nur gezappelt und auf dem Sofa verbracht, weil ich Herzensmann möglichst nicht stören wollte. Ich schätze mal, dass das so weitergeht, bis endlich der große Tag gekommen ist.

Die nächste Zeit wird also ganz besonders spannend und wir werden bestimmt viele schöne Abenteuer erleben, über die ich kleine Aufsätze schreiben kann ...

...bereits 452 x geplingploppt


Donnerstag, 15. März 2012
Fastensünden, Vorstellungsgespräche und Familienzuwachs
Heute weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Ich habe gestern gegen mein → Kinkerlitzchensfasten nach Art des Hauses verstoßen. Jedenfalls glaube ich das. Ich hätte besser von vorneherein genauestens definieren sollen, was genau als Kinkerlitzchen zählt.

Aber von vorne. Mein Auto ist seit längerem kaputt, darüber habe ich bereits geschrieben (→ Fluppdinger im Spülkasten). Auch wenn es mir sehr schwer gefallen ist: Ich habe akzeptiert, dass es vom Nichtstun nicht besser wird, also ab in die Werkstatt.

Der Bordcomputer meines High-Tech-Fahrzeugs hat gemeldet: Bremslichtschalter defekt. Von einem solchen Teil habe ich noch nie gehört, aber ich bin ja auch kein KFZ-Meister. Vor allem war mir nicht auf Anhieb klar, was dieser Schalter mit dem Unrund-Laufen des Motors zu tun hat. Ich hab's mir erklären lassen und fast sofort wieder vergessen. Gemerkt habe ich mir dagegen, dass der Preis für das Ersatzteil unter 20 € liegt und der Einbau ca. ½ Stunde dauert. Voller Erleichterung habe ich mir ausgerechnet, dass die Kosten somit unter 70 € liegen. Ein echtes Schnäppchen bei einem Auto, von dem die komplette Front abgebaut werden muss, um eine Glühbirne zu wechseln.

Aber! Als ich dann mein Auto wieder abgeholt habe, wurde mir mitgeteilt, dass auch die Zündspule kaputt war, so dass mich der Spaß dann letztendlich 170 € gekostet hat. So ein Pech. Nun gut, mein Mobil fährt wieder einwandfrei. Der Motor schnurrt wie Madame Lilli beim Durchkneten des Lammfells. Zum Trost habe ich mir eine Ranunkel gekauft. Für 2,50 €. Und das ist der Knackpunkt: Ist eine Pflanze für 2,50 € zum Trost ein verbotenes Kinkerlitzchen?

Ich habe mir die Entschuldigung so gebastelt: Legt man die Betonung auf den Zweck dieses Kaufes, nämlich den Trost, dann sind die 2,50 € in jedem Falle gerechtfertigt. Soviel ist mir mein Seelenleben wert. Wäre ja schlimm, wenn das nicht so wäre. Die kleine Ranunkel war also kein Kinkerlitzchen, sondern eine essentielle Anschaffung.

Was mich auch beschäftigt hat, war mein vorgestriges Vorstellungsgespräch. Noch nie habe ich einem leibhaftigen Nerd gegenüber gesessen. Ich war entzückt. Der Mann war nicht in der Lage ein Gespräch mit einer vielleicht zukünftigen Mitarbeiterin zu führen. Irgendwann habe ich einfach den Spieß rumgedreht und ihn ausgequetscht. Sehr brav hat er geantwortet. Wir sind mit der Aussage, dass er, bzw. ich grundsätzlich immer recht haben, auseinander gegangen und haben vereinbart, dass wir eine Nacht darüber schlafen, bevor wir uns entscheiden.

Mittlerweile habe ich zwei Nächte darüber geschlafen und falls Nerd mich trotzdem noch will, dann mache ich den Job. Der wird nämlich von zu Hause aus – also weit entfernt von ihm – erledigt. Gleich rufe ich an und schaue mal, was passiert.

Ansonsten beschäftigt mich ein kleiner Hundemann. Den habe ich gestern Nachmittag zufällig im Internet gesehen und später auch noch in natura. Meine Mutterhormone sind durchgedreht als ich den Wobbelpelz mit dem Schnauzbart und den dicken Pfoten gesehen habe. Außerdem habe ich sofort erkannt, dass das ein wirklich guter Hund ist. Guter Charakter, gut sozialisiert, ein Hund, mit dem ich richtig arbeiten kann, ein Straßenkreuzer durch und durch und das sind bekanntlich die besten. Vor allem habe ich jetzt die Zeit, mich mit Hundi zu befassen. Diesmal ist erst der Hund da und der nächste Job muss sich anpassen. Nicht umgekehrt. Ein großer Fortschritt für die Gesundheit meiner Psyche.

Herzensmann und ich waren noch nicht zusammen, da war ihm schon bekannt, dass ich nicht nur einen Mann sondern auch einen Hund in mein Leben lassen möchte. Trotzdem tut er sich ein bisschen schwer mit seiner Zustimmung. Schließlich leben in meinem Haushalt schon genügend andere Tierchen und Menschlein, die alle von mir umsorgt werden wollen. Ich habe natürlich auch Verständnis für seine Bedenken, trotzdem ist ein Hund ein wichtiger Bestandteil, der zu meinem Glück noch fehlt.

Also, was tun? Wir wissen es nicht und gehen am Wochenende in die nächste Verhandlungsrunde. Das ist ein großer Fortschritt in meinem Umgang mit Männern. Seine Vorgänger hätte ich ohne gegliche Absprache mit dem Familienzuwachs konfrontiert. Deren Problem, wenn sie damit nicht klar gekommen wären. Ich hoffe nur, dass Bing mit dem Bart in Camp Hilde einziehen darf und nicht schon wieder mein Herz gebrochen wird.

...bereits 384 x geplingploppt


Dienstag, 13. März 2012
Hilde auf Ökomission
Gestern habe ich in den Kurznachrichten im Radio gehört, dass eine Weltwasserkonferenz stattgefunden hat und dort unter anderem besprochen wurde, dass Wasser irgendwann wertvoller sein wird als Erdöl.
Von Weltwasserkonferenzen habe ich noch nie gehört, aber das heißt nichts. Worüber ich mich jedoch sehr gewundert habe, war die Aussage betreffend Wasser. Ist Wasser nicht jetzt schon wertvoller als Erdöl? Oder ist das naiv?

Also habe ich mal wieder recherchiert und bin auf dieser Seite http://www.klimaretter.info/ gelandet.
Die Seite ist wirklich klasse gemacht, sehr informativ und ich glaube, ich kann die nächsten Nächte wieder nicht schlafen, wenn man all den unerhörten Dingen glauben mag, die dort beschrieben sind. Was sind wir Menschen doch eine dumme Spezies. Zerstören uns und allen anderen Lebewesen die Lebensgrundlagen, obwohl wir doch genügend wissen, um es besser zu machen.

Naja, jedenfalls war ich neugierig, was genau alles aus Erdöl gemacht wird, was dem Trinkwasser den Rang ablaufen könnte und habe diese Seite http://wissensblitz.de/was-wird-alles-aus-erdol-produziert-241 gefunden. Hier wird ein kurzer Überblick geboten, der mir für's erste genügt. Natürlich werden viele Dinge aus Erdöl produziert, die wir brauchen. Aber wenn es einfach nur um Überleben geht, dann bin ich immer noch der Meinung, dass Wasser schon immer und für immer das wertvollste Gut war, bzw. ist. Außerdem sind wir ja nicht alleine auf der Welt und welches Tier oder welche Pflanze benötigt Erdöl zum Überleben? Ausgenommen die erdölfressenden Bakterien vielleicht, aber das vernachlässige ich jetzt einfach.

Viel mehr kann ich dazu im Moment wirklich nicht sagen. Ich kann die Klimaretter-Seite wärmstens empfehlen. Auch wenn man sich danach einfach nur schlecht fühlt und schämt. Ich jedenfalls. Gleichzeitig findet der interessierte Leser aber auch gute Links, Tipps, etc. wie auch im Alltag der Anfang mit kleinen Aktionen gemacht werden kann.

Das ist ganz einfach und jeder kann was tun. Außerdem nimmt es dem Schrecken das Gesicht und lässt die gefühlte Machtlosigkeit schrumpfen. Weil ich nun weiß, dass ich alles für mich derzeit Machbare bereits erledigt habe, dadurch mit einer überdurchschnittlich guten Klimabilanz glänze und wenn ich dann demnächst ganz viel Geld gewinne, meine Mission im größeren Rahmen fortführen werde.

...bereits 468 x geplingploppt