Freitag, 30. März 2012
Prioritätenverlagerung und der Weg in die rosige Wunschrichtung
Mein Klamotten- und Kinkerlitzchensfasten habe ich bis heute gut durchgehalten. Abgesehen davon, dass ich weniger Geld ausgebe, bewirkt es auch eine wunderbare Bedürfnislosigkeit und lenkt meine Gedanken auf wesentlich bedeutsamere Dinge.

Newsletter meiner bevorzugten Jagdgebiete lösche ich, ohne sie zu lesen. Geschäfte in der Stadt meide ich. Lediglich Lebensmittel und Drogerieartikel werden gekauft. Wenn ich etwas im Internet nachschaue, dann nicht, was gerade im Sale angeboten wird, sondern was mich in dem Moment interessiert.

Gleichzeitig fange ich an meine Wohnung auszumisten. Ich habe Bücher aussortiert und an Momox verkauft. Was mir nicht abgekauft werden konnte, habe ich dort zum recyceln gegeben.

Nach dem Ende der Fastenzeit wollte ich mir eine tolle Belohnung zu gönnen. Mittlerweile bin ich davon abgekommen. Vielmehr überlege ich diese Bedürfnislosigkeit noch eine Weile zu genießen und das Ende meiner persönlichen Konsum-Enthaltsamkeitsphase auf den 30.04.2012 zu verlängern. Das kommt sowohl meinem leeren Bankkonto als auch meinem Seelenleben zugute.

Auch meinem Seelenleben zugute kommt mir mein kleiner Bing. Dieser Hund ist für mich ein Segen. Er schult mich in Geduld und bringt mich in Bewegung. Allein dadurch bin ich wesentlich ausgeglichener als sonst. So gesehen habe ich damit meine Durchhalte-Belohnung in Form des Bärtigen bereits vorgezogen.

Ein weiteres Projekt ist meine berufliche Zukunft. Ab April bin ich arbeitslos. Das soll nicht unnötig lange so sein. Ich schaue jeden Tag nach Stellenangeboten und sofern keine Zeitarbeitsfirma oder Personalvermittlung dazwischengeschaltet ist, bewerbe ich mich brav auf alles, was für mich interessant und passend ist.

Trotzdem werde ich keinen Arbeitsvertrag mehr mit Bauchschmerzen unterschreiben, nur um schnellstens wieder aus der Arbeitslosenstatistik zu verschwinden. Das habe ich letztes Jahr gemacht und im Nachhinein festgestellt, dass es ein riesiger Fehler war. Die Behandlung seitens meiner Chefinnen hat mir alles andere als gut getan. Die Zeitarbeitsfirma gehörte zu den seriöseren der Branche und trotzdem haben die sich Klöpper erlaubt, die einfach unglaublich sind. Einiges habe ich überprüfen lassen. Die beauftragte Rechtsanwältin hatte die Vorgehensweise dieser Firma sehr schön als „noch legal“ bezeichnet. Anderes wird derzeit per Rechtsanwalt geregelt. Finanziell hat mich dieses Angestelltenverhältnis nachhaltig geschädigt.

Außerdem bin ich seit Monaten damit beschäftigt, meine Träume zu verwirklichen oder mich mal zumindest in die angestrebte Richtung zu bewegen und zu schauen, was machbar und realistisch ist.
Auch hier ist Bing der erste Schritt. Schon immer wollte ich einen Hund und immer habe ich ihn mir versagt. Jetzt ist er da und das ist gut.

Ich habe aufgehört, zu wünschen und angefangen zu machen. Das fühlt sich richtig gut an. Nun sitze ich also hier und ordne mal wieder mein Leben neu. Dieses Mal zum Glück nicht alleine sondern mit Mann, Hund und dem Bewusstsein, was ich will und was nicht. Die Zukunft sieht rosig aus.

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Freitag, 23. März 2012
Mein Name ist Bing - Der bärtige Bing
Seit zwei Tagen bin ich nun glückliche Anführerin von Bing dem Bärtigen. Das Tierchen wackelt mir hinterher wie eine kleine Ente seiner Mama. Einerseits ist das sehr süß, andererseits soll er jedoch lernen, dass auch Teenie-Ding und Prachtexemplar Nr. 2 zu seinen Anführern gehören. Das sieht Bing noch nicht so, aber wir arbeiten daran.

Schon lange war ich nicht mehr so ausgeglichen, wie jetzt. Selbst der unmittelbar vor meiner Schlafzimmertür platzierte Hundehaufen, in den ich heute Morgen im Halbschlaf getreten bin, bringt mich nicht aus der Fassung. Die Lektion „Stubenreinheit“ hat derzeit größte Priorität.

Ordentlich an der Leine laufen, währenddessen nicht an der Leine knabbern, mir auch ohne Leine folgen hat er schon vorbildlich drauf. Außerdem wartet er brav im Auto auf mich und schläft nachts ohne Gejammer in seiner Hundehöhle. Am ersten Abend hat er noch versucht, in mein Bett zu klettern, aber er hat sehr schnell verstanden, dass das nicht erwünscht ist. Zum Ausgleich hat er ein von mir komplett durchgestunkenes Schlaf-T-Shirt geschenkt bekommen.

Auch das Zusammensein mit den Katzen klappt wirklich gut. Sogar Madame Lilli ist für ihre Verhältnisse ziemlich entspannt. Gestern Abend hat sie auf dem Sofa gelegen. Bing davor. Katerli Piet und das Hundi beschnuppern sich immer wieder mit einer Mischung aus Neugier und Vorsicht. Katerli Piet bevorzugt Bings Nase, Bing bevorzugt Piets Hinterteil. Ganz wie es der höfliche Umgang zwischen Hunden, bzw. Katzen vorgibt.

Gerade im Moment liegt mein kleiner Bing platt auf seiner Decke und schläft. Wir waren eben im Wald spazieren. Draußen war ihm zu warm, in der Wohnung dagegen ist es angenehm kühl.

Jetzt mache ich meine wohlverdiente Kaffeepause und lasse das Baby noch ein bisschen schlafen. Und damit sich meine Lesemenschen einen Eindruck von meinem Glücksgriff machen können, füge ich dieses Bild bei:



Ist der nicht niedlich? Ich habe nur nicht damit gerechnet, dass die laut Verkäufer XXL-Decke jetzt schon etwas knapp sein könnte. Ich schätze mal, dass er zwei davon braucht, wenn er erwachsen ist.

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Montag, 19. März 2012
Fleißige Bienchen und echte Herzchen
Heute habe ich mich mal wieder selbst übertroffen.

Ich hatte mich im Abstand von ca. einem Monat an der Universität auf zwei verschiedene Stellen beworben. Zuerst für das Personalwesen, danach für die Verwaltung der Uni-Liegenschaften.

Unmittelbar nach meiner Bewerbung für die Verwaltung der Uni-Liegenschaften habe ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhalten. Heute war der große Tag. Vorher habe ich mich betreffend des TV-L auf den neuesten Stand gebracht. Mit einem dicken Kloß im Magen bin ich, obwohl ich mich im Gebäude verlaufen habe, pünktlich erschienen und saß einer fünfköpfigen "Jury" gegenüber.

Während ich also voller Enthusiasmus darlegte, wieviel Erfahrung ich im Personalwesen habe und wie toll ich diese Arbeit mache und wie sehr ich mich damit identifiziere sagt die Personalreferentin plötzlich: Moment mal. Sie sind hier im Vorstellungsgespräch für die Liegenschaftsverwaltung.

Ich habe mich so geschämt, wäre am liebsten unter den Tisch gekrochen, hätte mich am liebsten unsichtbar gemacht. Meine Gesichtszüge sind mir bestimmt total entgleist und ich habe bestimmt auch vollkommen verblödet aus der Wäsche geguckt. Später habe ich mir die Einladung noch einmal angeschaut. Im Betreff ist lediglich die Kennzahl der ausgeschriebenen Stelle angegeben. Dadurch, dass die Einladung so schnell kam, bin ich davon ausgegangen, dass es sich hierbei um das Personalwesen handelt.

Nachdem mir dann einer der führenden Menschen freundlicherweise versichert hat, dass das nun kein Problem ist und ich doch einfach weiter machen soll, habe ich mich gefangen und irgendwie die Kurve gekriegt. Das Gespräch war dann doch noch positiv, aber ich bin ja schließlich ich …

Zum Schluss wollte der Abteilungsleiter wissen, warum sie sich denn ausgerechnet für mich entscheiden sollten und ich habe ohne nachzudenken mit voller Überzeugung gesagt: Weil ich ein fleißiges Bienchen und echtes Herzchen bin.

Ja Mensch, das sind doch mal super Gründe jemanden einzustellen. Ich habe versucht die Situation zu retten, aber da war der ganze Saal schon am lachen und ich glaube, zugehört hat niemand mehr. War vielleicht auch besser so.

Ich weiß, dass es jede Menge Mitbewerber gibt. Ich bin mir sicher, dass diese Leute mich trotzdem in lebhafter Erinnerung behalten werden. Ob ich die Stelle bekomme, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.

Jetzt kann ich nichts mehr daran ändern. Immerhin haben sie gesehen, dass mir das Herz auf der Zunge liegt und sie mit mir ganz bestimmt nicht die Katze im Sack bekommen. Leider wollen das manche Chefs aber lieber. Schade, schade. Nun gut, wir werden es sehen. Wie immer werde ich berichten...

Nachtrag:
Nerd hat sich übrigens noch nicht gemeldet (-> Fastensünden, Vorstellungsgespräche und Familienzuwachs). Der wollte sich noch zwei andere Mitbewerber anschauen und mir heute das Ergebnis mitteilen. Aus dem Rennen bin ich anscheinend raus.

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