WAAAAAAAAA!!!!!!!
Heute habe ich ein Kompliment bekommen: Ich hätte so eine "gelassene Ausstrahlung".
Hahaaaaaaa!!!!! ICH!!!!!!!
Es gibt nicht viele Menschen, die noch weiter entfernt von gelassener Ausstrahlung bzw. Gelassenheit an sich sind, als ich.
Ich bin allerhöchstens in sekundenkurzen Momenten ein gut getarntes Nervenbündel. Das jedoch nur, wenn ich gleichlaufend zu diesen äußerst seltenen augenzwinkerkurzen Momenten im hormonellen Gleichgewicht, satt, ausgeschlafen, in der richtigen Umgebung, in der richtigen Gesellschaft, ohne Zeitdruck und ohne kurz davor blöde Erlebnisse gehabt zu haben bin. Das alles muss gleichzeitig gegeben sein. Nichts davon darf fehlen. Dann könnte ich also ganz vielleicht den Eindruck erwecken, ich sei sowas wie gelassen. Kurz.
Ich habe keine Ahnung, wie diese Frau, die ich ziemlich sympathisch finde und mit der ich mich gerne unterhalte, darauf kommt. Entweder meine Wahrnehmung ist gestört oder ihre. Ich weiß es nicht.
Ziemlich sympathisch finde ich sie, weil sie keinen Nervenzusammenbruch bekommt, wenn mein Stressi bei Begegnungen mit ihr und ihren Stressi-Hunden kreischend in der Leine hängt und erstmal den Werwolf gibt. Die interessiert das einfach nicht und so kommt es, dass wir unsere Hunde erstmal rumprollen lassen, sich anknottern lassen, ein bisschen Zähne fletschen lassen, um davon unbeeindruckt trotzdem zusammen zu laufen und schwupp kehrt Ruhe ein. Wir erzählen uns gegenseitig dann manchmal Geschichten von denen, die genau das nicht machen und dadurch ungewollt, aber so gut wie unausweichlich, ungeklärte Situationen zwischen den Hunden wachsen lassen, die im schlimmsten Fall bei unpassender Gelegenheit in eine wirklich gefährliche Keilerei ausarten können.
Ich weiß, dass das einfach gesagt ist, wenn man in einer Hundeschule arbeitet (sie) oder selbständige Hundverhaltenstherapeutin ist (ich). Was sie auf dem Hundeplatz ihren Kunden beibringt weiß ich nicht. Ich lege jedoch größten Wert darauf, den Leuten zu zeigen, welche Bedeutung das Verhalten ihrer Hunde hat und wie man damit umgeht.
Was ich aber auch weiß: Hier in unserer Wohngegend ist bekannt, was wir beide machen. Und nur, weil wir beide bekloppte Hunde haben, heißt dass ja nicht gleichzeitig, dass wir unfähig sind. Im Gegenteil. Die wären noch viel schlimmer, wenn wir keine Ahnung davon hätten. Es wäre nur so schön, wenn die anderen Hundehalter uns einfach mal vertrauen würden, wenn wir sagen, dass nichts passieren wird und man ruhig zusammen laufen kann mit den Bestien.
Eine. Eine einzige hat sich vor kurzem getraut. Sie hat einen sehr lieben, mit so ziemlich jedem verträglichen Straßenkreuzer aus Spanien. Ein ganz toller Hund, der sogar von meinem Stressi ohne weiteres akzeptiert wird. Vor kurzem sind wir uns begegnet, während mein Stressi gerade dabei war, den beiden 20 Meter entfernten Border Collies zuzubrüllen, dass er sie scheiße findet und sie sich aus seinem Blickfeld verpissen sollen.
Dumerweise war dann aber ihr Hundchen für meinen wahnsinnigen Köter griffbereit und er hat sich ihn dann kurzerhand ersatzweise vorgeknöpft. Es ist nichts passiert, außer dass der kleine liebe Spanier meinem Stressi auf gute Hundeart klar gemacht hat, dass er dessen Verhalten zum Kotzen findet.
Huch, war das Frauchen erschrocken. Sie wollte gar nicht mehr näher kommen und in dieselbe Richtung gehen wie wir. Aber! Sie hat mir dann einfach mal vertraut. Ich habe ihr erklärt, was da gerade passiert ist, dass das nicht schön, aber trotzdem nichts anderes als Hundeverhalten war und dass meine Bestie ihrem Süßen nichts tun wird.
Zwei Meter weiter war alles genau so, wie ich es prophezeit hatte. Beide liefen friedlich nebeneinander her, schnüffelten zusammen an spannenden Stellen und waren sich einig. Hunde halt.
Diese Geschichte hat sich nur leider anscheinend noch nicht rumgesprochen unter den anderen Hundehaltern, die mir die Dominanztheorie erklären wollen und vor allem sicher sind, dass sie genau wissen, worum es dabei eigentlich geht. Ich hör mir das an und denke mir meinen Teil. Na gut, in solchen Momenten kann ich dann doch manchmal gelassen sein.
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Stau in der Pipeline des Universums
Noch immer leben Madame Lilli und ich als einzige weibliche Wesen in unserem Camp.
Naja, vielleicht gibt es hier noch ein paar weibliche Spinnen, Silberfische oder ähnliches, aber die zähle ich jetzt einfach mal nicht mit.
So sehr ich es mir auch wünsche: Die ersehnte Hündin lässt immer noch auf sich warten.
Statt dessen stocken wir unseren tierischen Bestand mit einem weiteren Kater und einem weiteren Rüden auf. Immerhin sind beide kastriert.
Nun lebe ich also mit vier menschlichen und vier tierischen Eierbären sehr glücklich vor mich hin und warte auf die Zeit, die da kommen wird. Die Irische Wolfshundhündin namens Minnie, von der ich schon geträumt habe oder irgendeine andere, die vom Universum für mich vorgesehen ist. Ich bin mir sicher, dass sie noch kommt, nur jetzt ist einfach nunmal die Zeit der Kerle.
Darf ich vorstellen? Unsere Neuzugänge:
Larsi, der mutierte Gigantendackelirgendwasmix aus Ungarn, mein ehemaliger Pflegehund aus dem Tierheim, auch Conchita oder Wurschdeli genannt

und
Sam, der Kater mit dem Loch im Magen und dem ewigen Hunger, der ebenfalls mein ehemaliger Pflegegast aus demselben Tierheim ist
Beide sind einfach in unser Leben gelatscht. Haben sich hier nahtlos in unsere Familie und unsere Herzen eingefügt und vervielfachen unser Glück um ein Vielfaches des sowieso schon vorhandenen Glücks.
veilchenpastille am 07. Dezember 17
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Stolperstein
Gestern habe ich an meinem Wolfie rosa Flecke auf der Nase gefunden, die eindeutig nicht dahin gehören. Flecke, die mich beunruhigt haben, weil ich sofort Bilder von fiesen Hundekrankheiten aus meiner Fachliteratur vor Augen hatte.
Also ab zum Tierarzt. Die Flecke: harmlos. Geht von allein weg. Was draufschmieren wäre zwar gut, würde aber logischerweise sofort vom Hundi weggeleckt werden.
Kurz noch das Herz abgehört. Hoppla. Das ist aber nicht normal. Extrem unregelmäßig. Besser mal ein Herzultraschall machen lassen, um abzuklären, was da genau los ist bzw. ob und was man da noch machen kann.
Herzultraschall stand sowieso auf dem Plan, aber da mein Hund aus einer verantwortungsvollen Zucht mit Papieren und gesunden Wolfies kommt, bin ich so selbstverständlich davon ausgeganngen, dass das nur eine Art TÜV, den es zu bestehen gilt, sein wird. Nun bin ich geschockt. Er ist doch noch keine vier Jahre alt. Seine Vorfahren haben zum größten Teil locker die 10 Jahre geschafft.
Jetzt kann ich nur abwarten bis Ende Juni. Dann ist der Termin und bis dahin laufe ich mit Bauchweh rum. Bringt zwar nichts. Macht den Hund nicht gesünder. Ist leider trotzdem da.
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Kosekatz
Manchmal passieren Dinge, die so schrecklich sind, dass sie irgendwie nie aufhören zu passieren. Der überfahrene Pieti, der entführte und geklaute Pelle sind nur zwei Beispiele.
Manchmal passieren aber auch Dinge, die so schön sind und so einfach, dass man sich gar nicht vorstellen kann, wie es anders hätte sein sollen.
Die Arbeit im Tierheim hat mir einen neuen Familienzuwachs beschert. Einen ritzeroten Kater mit dem Namen Sam. Er sollte eigentlich nur zur Pflege bleiben, weil das Tierheim durch die Schwemme von Maikätzchen aus allen Nähten platzt. Seit zwei Wochen ist er hier und lief von Anfang an durchs Haus, unsere Familie und unsere Herzen als wäre er nie woanders gewesen.
Heute habe ich erfahren, dass er bei uns bleiben soll. Seine Vermittlungschancen in ein artgerechtes Leben sind zu gering, weil er krank ist.
Jetzt ist er also da. Ich nenne ihn immer noch Pieti oder Pelle, aber das stört ihn nicht. Hauptsache er wird beachtet.
Die Hunde haben ihn schon an seinem ersten Tag willkommen geheißen, die Jungs auch und der Mann hat keinen Widerstand gegen den neuen Mitbewohner erkennen lassen.
Nur Madame ist noch nicht so ganz einig mit ihm und uns, aber das wird. Sie hat sich noch an jeden neuen Mitbewohner gewöhnt.
Sie weiß schließlich, dass sie meine Königin und die Herrscherin über alle Vierbeiner ist. Und ein zusätzlicher Untertan kann ja nur gut sein.
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Höhlenforschung
Wenn man morgens aus dem Bett steigt und mit dem Zuerst-draussen-Zeh in einer feuchten Höhle landet, ohne dass dies eine besondere Reaktion nach sich zieht, dann lebt man entweder tatsächlich in einer feuchten Höhle oder hat einen Irischen Wolfshund vor dem Bett liegen, in dessen Nasenloch man gerade einen Treffer gelandet hat.
veilchenpastille am 04. Oktober 15
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bodyguards
Eben bin ich auf dem Sofa wachgeworden
umringt von meinen persönlichen Gesundheitswächtern.
Der Zottel und Don Kravallo auf dem Logenplatz, Zauseli auf dem Boden, alle drei so nah dran wie möglich.
Nur Madame Lilli hat die Contenance gewahrt und Mami von weitem bewacht - oder sie hatte schlicht und ergreifend keinen Bock auf das niedere Volk, das mit Popos und Pfoten am Kopf von Mami kleben musste.
veilchenpastille am 03. September 15
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Don Kravallo
Das Leben in einer gemischten sozialen Gruppe hat schon was für sich.
Gestern Morgen haben wir noch gemütlich im Bett gelegen und Kaffee getrunken. Die Hunde auf ihren Stammplätzen neben dem Bett auf dem Boden - einer auf der Mamiseite, einer auf dem Seite vom Mann, Madame Lilli im Kuschelmodus zwischen uns im Bett und der Kater überall und nirgendwo, wenn auch im selben Raum.
Kleine Kätzchen haben schon einen hohen Unterhaltungsfaktor. Pellebeau ist das wildeste Exemplar, das mein Familienleben je bereichert hat. Sehr süß, manchmal anstrengend und immer für eine Überaschung gut.
Mit seinen gerade mal 12 Wochen hat er schon zwei Mäuse mitgebracht. Eine davon war tot und bestimmt ganz köstlich, die andere wollte er sich nicht wegnehmen lassen. Das hat er mir deutlich gezeigt, indem er so viel kreischende Spitzmaus wie möglich ins Maul gestopft und mich angeknurrt hat, sobald er meine Absicht erkannt hat.
Er hängt im Kirschbaum ganz oben in der Spitze und selbst, wenn er ganz offensichtlich Probleme mit dem Herunterkommen hat, macht er keinen Mucks, um Hilfe zu bekommen. Er löst das für sich alleine, obwohl ich direkt daneben stehe und bereit bin, ihn da rauszupflücken.
Den Nachbarshund hat er auch schon zum Spielen besucht und meine beiden sind sowieso beliebtes Opfer für seine wilden Attakken.
Nur vor unserer Madame Lilli hat er Respekt und folgt ihr manchmal in genügend Sicherheitsabstand. Ansonsten lässt er sie als einzige in Ruhe. Sie ist hier einfach die Queen Mum unter unseren Vierbeinern.
Gestern kam das Monster mit einer riesigen, angeschwollenen Paddelpfote nach Hause. Sowas muss natürlich samstags passieren, wenn nur der Notdienst beim Tierarzt erreichbar ist. Nach drei Stunden Wartezeit in der Tierklinik kamen wir endlich an die Reihe und es hat sich herausgestellt, dass nichts gebrochen war, sondern er wohl nur von einem Insekt gestochen wurde. Ich schätze mal, das war eine Wespe, die keine Lust hatte, als Spielzeug oder Futter zu enden. Der Spaß hat mich dann - da Notdienst - 83 € gekostet.
Eigentlich hätte Alfonso in diesem Monat ein wölfchenkompatibles, also riesiges, Hundebett bekommen sollen. Das Geld dafür haben wir damit leider in die Pfote von Don Kravallo investiert.
Also, auch der Geldfaktor ist nicht zu unterschätzen. Aber dafür habe ich ja keine anderen Hobbys.
veilchenpastille am 02. August 15
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Kampfhund
Unser Wölfchen ist einfach nur ein süßes Riesenbaby.
Heute Morgen hat er es mal wieder bewiesen. Unerklärliche Geräusche am Rollladen fand er so beängstigend, dass er zu uns ins Bett - also auf uns drauf - springen musste.
Auch wenn ich den Kerl über alles liebe, gehört ein mit Schwung auf meiner Hüfte platzierter Wölfchenpopo nicht zu meinen bevorzugten Arten geweckt zu werden.
Was ihm solche Angst eingejagt hat?
Der Rollladen war zu weit herunter gelassen, um genügend Platz für Madame Lilli zum Durchschlüpfen zu bieten. Ganz Katze hat sie das nicht wirklich geschnallt und es beharrlich weiter versucht, was dann widerum den Wolf in unser Bett getrieben hat.
Potentielle Einbrecher dürfen davon niemals erfahren.
Also, bitte merken:
Dieses gefährliche Tier hat ein Stockmaß von mindestens 90 cm, eine Rückenlänge von 1,40 m, wiegt mindestens 60 kg (die letzten Messungen sind fast ein Jahr her, er ist jetzt noch keine zwei Jahre alt) und zerfleischt jeden, der sich uns oder unserem Haus in böser Absicht nähert.
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Pelle zieht ein
Manchmal dauert es sehr lange, bis schlimme Dinge verheilen. Aber dann, irgendwann, kommt der Moment, in dem man merkt, dass man etwas Heilsames gefunden hat.
Ich muss heute noch weinen, wenn ich an
Piet denke. Auch jetzt, beim Schreiben, kommen mir wieder die Tränen.
Aber nebenan in der Küche läuft ein kleiner Zwockel rum und ruft nach mir. Er war aus dem Katzenwurf der erste, der mir beim meinem Besuch auf den Schoß gesprungen ist. Am Wochenende durfte er - nachdem mir der Mann die Freigabe für eine zweite Mieze gegeben hat - bei uns einziehen.
Unsere Pflasterkatze sozusagen:
Das Beste war das stille Einverständnis, das mir unser Zausel mit einem Blick gegeben hat, als wir zu Hause ankamen. Er hat mit seinem Katerkumpel gespielt, gekuschelt und zusammen Mäuse in der Wohnung gejagt und ich bin sicher, dass sein Unfalltod auch bei ihm eine Lücke hinterlassen hat.
Und vielleicht ist es ja auch einfach nur Piet, der seine zweite Chance bekommt.
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Apropos Maus ...
... wenn ein - mal zumindest körperlich fast ausgewachsener - Irischer Wolfshund einen Mäuselsprung auf einen ollen ausgelutschten Markknochen macht, sieht das echt komisch aus...
...bereits 420 x geplingploppt